Murayama Tomoyoshi (1901-1977)

Murayama Tomoyoshi (村山知義) wuchs in Tokyo auf. Er war wie seine Mutter Christ. 1921 begann er ein Philosophiestudium und ging 1922 für ein Jahr nach Berlin, um Theologie zu studieren. Doch er entschied sich für eine Karriere als Schriftsteller und Künstler. In Deutschland lernte er Expressionismus und Konstruktivismus kennen. Zurück in Japan engagierte er sich im Proletarischen Theater und wurde ein führender Vertreter der künstlerischen Avantgarde; man nannte ihn den „da Vinci Japans“. Er setzte sich für die kleinen Leute ein und kritisierte in den 1930er und 1940 Jahren den japanischen Militarismus und die Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Er kam deshalb wiederholt ins Gefängnis.

Seit 1938 besuchte Murayama immer wieder Korea. Er war ernsthaft an koreanischer Kultur und Literatur interessiert und wollte sie in Japan bekanntmachen. 1945 lebte er vorübergehend in Korea. Danach wirkte er als Theaterleiter. 1957 reiste er mit seiner Truppe nochmals nach Korea. Murayama starb 1977.

Murayama Tomoyoshi
Zu den bekanntesten Werken Murayamas gehören seine Illustrationen für „Die Bärchenfamilie こぐまさんの家族“ (1927).