Kim Junyeon (1895—1971)

Kim Junyeon 金俊淵 (김준연) wurde 1895 in der koreanischen Provinz Jeolla geboren. Seit 1910 besuchte er eine Oberschule in Seoul. Von dem Wunsch beseelt, Rechtsanwalt zu werden, siedelte er 1914 nach Japan über und bestand 1917 die Aufnahmeprüfung in die Fakultät für Deutsches Recht an der Kaiserlichen Universität Tōkyō. Er engagierte sich in dieser Zeit im Koreanischen Christlichen Jugendverband; 1919 begeisterte ihn auch die koreanische Unabhängigkeitsbewegung. 1921 bestand er sein Universitätsexamen und wurde er in die Graduiertenschule für Politikwissenschaft an der Universität Tōkyō aufgenommen. 1922 bis 1924 studierte er Politik und Recht an der Berliner Universität. Als nach dem Großen Kantō-Erdbeben vom 1.9.1923 in Japan lebende Koreaner Opfer eines Pogroms wurden, organisierten Kim und andere koreanische Studenten in Deutschland eine Protestbewegung. 1925 kehrte er nach Korea zurück und wurde Journalist für die Zeitung Choseon Ilbo 朝鮮日報. Er wurde als Korrespondent nach Moskau geschickt; seit dieser Zeit engagierte er sich in der kommunistischen Bewegung.

Nach dem Verbot der Choseon Ilbo durch die japanische Kolonialmacht wechselte er 1928 zur Zeitung Dong-A Ilbo 東亞日報. 1936 übernahm er die Verantwortung dafür, daß die Zeitung ein Foto des Siegers im Marathon bei den Olympischen Spielen in Berlin, Son Kijeong (Son Kitei) 孫基禎 (손기정), veröffentlichte, bei dem die japanische Flagge auf dessen Trikot ausgeschnitten war. Die japanische Kolonialregierung verbot die Zeitung vorübergehend, und Kim Junyeon verließ die Redaktion. Seit dieser Zeit wurde er zu einem der wichtigsten Vorkämpfer für die koreanische Unabhängigkeit. Am 14.8.1945 bot ihm die japanische Kolonialverwaltung die Führung einer Übergangsregierung an, doch er lehnte ab.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sagte Kim sich vom Kommunismus los, wurde als Liberaler ins Parlament gewählt und unterstützte die Regierung von Yi Seungman. Er trat später als Gegner des Diktators Park Jeung-Heui auf und sprach sich vehement gegen den von diesem gewollten Friedensvertrag mit Japan aus. 1971 starb er in Seoul.

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Dieses Foto des Olympiasiegers Son Kijeong erschien am 25.8.1936 in der Dong-A Ilbo und führte zum Verbot der Zeitung und zum Ausscheiden von Kim Junyeon aus der Redaktion.